Hochdruck-Wassernebelanlagen (HDWN) fristen in der BIM-Welt ein Schattendasein. Während für klassische Sprinkleranlagen längst umfangreiche Familienbibliotheken existieren, fehlte bisher ein durchgängiger, modellierungsfertiger Bauteilsatz für die Hochdrucktechnik. Das ändern wir jetzt: Die Revit ProjectBox enthält ab sofort einen vollständigen HDWN-Familiensatz, modelliert nach auxalia-Standard, durchgängig parametrisiert und sofort einsatzbereit.
Warum HDWN eine eigene Familienbibliothek braucht
Wer bei Wassernebel an „kleine Sprinkler“ denkt, liegt falsch. HDWN-Systeme arbeiten bei Drücken weit jenseits der 16 bar, verwenden Edelstahl-Pressverbindungen statt Rillenrohrkupplungen, und die Leitungsdurchmesser im Verteilnetz sind mit DN10–DN40 deutlich kleiner als bei klassischen Sprinklernetzen. Dazu kommt: Jedes System ist herstellerspezifisch zugelassen — Bauteile sind nicht beliebig austauschbar. Bestehende Sprinklerfamilien lassen sich deshalb nicht einfach umwidmen. Die Systemlogik ist eine andere, die Druckstufen sind andere, und die Ventiltechnik funktioniert grundlegend anders.
Was der neue Familiensatz abdeckt
Die neuen Familien bilden die komplette hydraulische Kette ab — vom Löschwassertank über die Hochdruck-Pumpeneinheit und die Sektionsventile bis zur Düse an der Decke. Jede Komponente ist als eigenständige Familie modelliert, mit korrekten Pipe-Connectoren, passender Systemklassifizierung und herstellerbezogenen Parametern.
Die Pumpeneinheit etwa bildet ein reales Danfoss SEM-SAFE Aggregat ab, inklusive drei separater Rohranschlüsse für Zulauf, Rücklauf und Hochdruck-Abgang. Das Rohrleitungssystem umfasst alle Fittings des SEM-Safe Edelstahlsortiments und ist über die Routing Preferences direkt als eigener Rohrtyp verwendbar. Für die Düsen stehen alle gängigen Montagearten bereit: hängend, stehend und Wand — jeweils mit verschiedenen Auslösetemperaturen und Nennweiten.
Besonders wichtig für die Praxis: Die Sektionsventile sind als aktiv gesteuerte Baugruppen modelliert, nicht als umfunktionierte Sprinkler-Alarmventile. Das klingt nach einem Detail, macht aber den Unterschied zwischen einem technisch lesbaren und einem irreführenden Modell.
Modelliert nach auxalia-Standard
Alle Familien folgen dem bewährten auxalia-Modellierungsstandard: einheitliche Parameterstruktur mit CAx-Gewerk, DIN-276-Zuordnung, Herstellerangaben und Funktionsbereichen. Die Systemklassifizierung ist auf Brandschutz Nass abgestimmt, die Connectoren sind sauber konfiguriert, und jede Familie lässt sich direkt über den PRBBrowser platzieren. Wer bereits mit der auxalia ProjectBox arbeitet, findet sich sofort zurecht — die HDWN-Familien fügen sich nahtlos in das bestehende Ökosystem ein.
Eine Lücke, die geschlossen werden musste
HDWN-Anlagen kommen in immer mehr Gebäudetypen zum Einsatz — von Rechenzentren über Hotels bis zu Tiefgaragen. Trotzdem mussten Planer bisher improvisieren: Sprinklerfamilien zweckentfremden, generische Platzhalter verwenden oder auf eine saubere BIM-Abbildung ganz verzichten. Mit dem neuen Familiensatz gibt es diese Ausrede nicht mehr. Die Nische ist besetzt — und zwar richtig.
Praxisbeispiel: Sprinklerplanung mit BIM
Wie sich BIM in der Praxis bewährt, zeigt eine Referenz aus der Sprinklerplanung: Das Ingenieurbüro MIKO hat den Wechsel von 2D-Planung hin zu einem durchgängigen 3D-BIM-Modell vollzogen – mit Autodesk Revit, der Revit ProjectBox und angebundener Berechnungssoftware.
Weiterführende Einblicke zur Sprinklerplanung
Auch wenn Hochdruck-Wassernebel eine eigene Systemwelt ist, bleiben viele Grundlagen der BIM-basierten Brandschutzplanung identisch. Wer tiefer in die strukturierte Planung, Parametrisierung und Berechnung von Löschanlagen in Revit einsteigen möchte, findet in unserem Leitfaden weiterführende Ansätze.
Der Leitfaden zeigt unter anderem, wie 3D-BIM-Modelle die Planung verbessern, Prozesse automatisiert werden und welche Rolle passende Bauteile und Tools spielen – eine Grundlage, die sich auch auf neue Systeme wie HDWN übertragen lässt.